post-title Damit Hummeln im Hochsommer in Hanau nicht verhungern …

Damit Hummeln im Hochsommer in Hanau nicht verhungern …

Damit Hummeln im Hochsommer in Hanau nicht verhungern …

Damit Hummeln im Hochsommer in Hanau nicht verhungern …

… braucht es mehr Gärten und öffentliche Grünanlagen mit nektarhaltigen Pflanzen.

Susanne Herr hat uns im Frühjahr beim Weltverbesser:innen Stammtisch erzählt, warum sie Hummeln so begeistern und sie aktiv ist, damit das Hummel-Sterben hier vor Ort in Hanau stoppt.

Aufgefallen ist ihr, dass nach der Lindenblüte im Lindenaupark in Hanau-Großauheim, eine Art “Massensterben” stattfindet. Das schreit nach alternativen Blühpflanzen für die Zeit nach dem Ende der Lindenblüte.

In diesem Jahr hat Susanne ihr Idee dazu beim Nachhaltigkeitspreis Hanau eingereicht, sie ist unter der Rubrik “Medien / Kreativpreis” zu finden. – Ihr solltet unbedingt für ihre Idee stimmen!

Aber zunächst berichten wir Euch, was uns Susanne über die Hummeln erzählt hat und auch dies schon vorab: Hummeln sind viel fleißiger als die Bienen. Das liegt daran, dass sie anders bestäuben – durch eine Schütteltechnik. In der Landwirtschaft werden sie deswegen zur Bestäubung von Erbsen und Tomaten eingesetzt.

Aber macht Euch selbst ein Bild von den wunderbaren kleinen Hummeln.

Hummeln

In Deutschland leben 36 Hummelarten, die sich jedes Jahr wieder neu als Volk gründen. Eine Hummelkönigin lebt 1 Jahr lang.

Wie ein Hummelvolk entsteht

Im Frühjahr formt die Königin aus Wachs eine Zelle, legt dort so genanntes „Bienenbrot“ (Nektar und Pollen) hinein und darauf die Eier. Diese bebrütet sie bei 38 Grad Celsius, bis die Larven schlüpfen. Dann beißt sie die Wachszellen auf und beginnt, sie zu füttern. Die Larven verpuppen und verwandeln sich durch Metamorphose in „fertige“ Hummeln. Das dauert etwa 10 Tage.

Wie lange leben Hummeln?

Eine Hummelkönigin lebt etwa 12 Monate, die Arbeiterinnen 2-3 Wochen und die Drohnen etwa vier Wochen. Die Königin verbringt die meiste Zeit in Winterruhe und bildet im Frühjahr ihr Volk. Im Sommer schlüpfen die Jungköniginnen und im Spätsommer stirbt die „alte“ Königin, ebenso wie der Rest des Volkes. Die neuen Königinnen suchen sich dann im Herbst ihrerseits ein Winterquartier. Von 100 Jungköniginnen schaffen es meist nur drei Tiere, im nächsten Frühjahr ein neues Volk zu gründen.

Das Hummelvolk

Ein Hummelvolk besteht – je nach Art – aus bis zu 600 Tieren. Das ist deutlich weniger als bei Bienenvölkern, die aus 10.000-80.000 Tieren bestehen. Die meisten Hummeln sind Arbeiterinnen. Außerdem gibt es Männchen (sie heißen Drohnen) und Jungköniginnen.

Wo bauen Hummeln ihr Nest?

Hummeln bauen ihre Nester in kleinen Erdhöhlen, in Moosschichten, hohlen Baumstämmen oder auch verlassenen Vogelnestern.

Warum sind Hummeln so wichtig für die Natur?

Bei der Bestäubung von Pflanzen denken wir oft nur an die Honigbiene. Für ein gesundes Ökosystem sind aber insbesondere Wildbienen und Hummeln wichtig, weil sie eine größere Vielfalt an Pflanzenarten bestäuben. Hummeln fliegen außerdem schon bei 6 Grad Celsius, während Honigbienen das erst bei 10 Grad Celsius tun. Hummelköniginnen sind sogar schon ab 2 Grad Celsius unterwegs.

Hummeln macht Kälte nichts aus

Ihr pelziger Flaum hält die Hummeln zwar schön warm, aber um die richtige „Betriebstemperatur“ zum Fliegen zu haben, lassen die Insekten ihre Muskeln ganz schnell zittern – ähnlich wie es uns Menschen unwillkürlich passiert, wenn wir frieren. Auf diese Weise wird der Hummel so warm, dass sie fliegen kann.

Hummelnest mit Klima-Anlage

Im Sommer kann es in einem Hummel-Nest ganz schön heiß werden. Aber die pelzigen Tierchen wissen sich zu helfen: Um für frische Luft und kühlere Temperaturen zu sorgen, wedeln sie am Eingang zum Nest mit den Flügeln!

Hummeln sind ständig hungrig

Hummeln haben seinen sehr schnellen Stoffwechsel und müssen quasi ständig essen. Selbst wenn sie einen vollen Magen haben, können sie nur 40 Minuten lang fliegen, bevor sie verhungern.

Hummeln kannst Du so helfen:

  1. Hummeln füttern
    Junge Hummelköniginnen finden nach dem Winter nicht immer schnell genug Futter. Wer eine entkräftete Hummel sieht, löst einen halben Teelöffel Zucker in handwarmen Wasser auf und bietet ihn ihr in einem Löffel an.
  2. Wildpflanzen im Garten
    Wildpflanzen bilden in ihren Blüten reichlich Nektar, der für die Hummeln so wichtig ist. Achtung: Nicht alle Blumen erzeugen ausreichend Nektar. Geranien haben z. B. viele Blüten, aber kaum Nektar. Am besten informiert man sich vor dem Kauf über „bienenfreundliche“ Pflanzen.
  3. Hummelkästen aufstellen
    Hummeln nehmen als Platz zum Nisten gerne Hummelkästen an. Man kann sie im Baumarkt/Fachhandel kaufen oder selber basteln. Beim NABU (Naturschutzbund) gibt es eine Anleitung dazu.

 

Warum sterben im Spätsommer so viele Hummeln?

Im Spätsommer verblühen viele Pflanzen, wodurch es zunehmend schwieriger wird, ausreichend Nektar und Pollen zu finden.

Besonders unter Lindenbäumen findet man häufig tote Hummeln. Die Blüten dieses Baumes haben so wenig Nektar, dass die Tiere mehr Energie verbrauchen, um sie anzufliegen, als sie dann wieder „auftanken“ können.

Besonders schwierig für Hummeln und Wildbienen sind außerdem die kargen, gepflasterten und geschotterten Steingärten vor Hauseingängen. Man nennt sie etwas scherzhaft auch „Gärten des Grauens“.

Was gegen ein Massensterben tun?

Spätblühende Stauden unter die Bäume setzen, die nach und gegen Ende der Lindenblüte für Alternativen sorgen.

Im eigenen Garten könntet ihr so beginnen:

  • Büsche oder Stauden (zum Beispiel Johanniskraut), die nicht sehr gepflegt werden müssen.
  • Tipps von Heidrun (auch für den eigenen Balkon):
    • Gefüllte Pflanzen sind gut (Duftpelagonien gehen)
    • Löwer hat bienenfreundliche Pflanzen ausgeschildert
    • Halbschatten-Balkon: Minze / Waldmeister / Goldnessel
    • Einsteiger-Pflanze: Schnittlauch (der blüht ja auch recht schön)

Wie kann ein Projekt dazu gelingen?

An dem Abend beim Weltverbesser:innen Stammtisch haben wir mit Susanne gemeinsam überlegt, wie aus der Gras-Wiese im Lindenaupark eine blühende Oase für Hummeln werden kann.

Zunächst aber ein paar Überlegungen vorab:

  • Platz gut kennenlernen, wie sind die Lichtverhältnisse? Müssten es Pflanzen sein, die im Halbschatten gut gedeihen? Wie ist der Boden.
  • Pflegeleichte Pflanzen – günstige Pflanzen – naturnahe Pflanzen – Saatgut aus der Region – der Main-Kinzig-Kreis (MKK) hat eine Webseite, wo man regionale Samen bekommen kann (https://www.mkk.de/media/resources/pdf/mkk_de_1/aktuelles_1/themen_1/main_kinzig_blueht/empfehlungen-saatgutmischungen.pdf).
  • Der Lindenaupark ist ganz schön groß. Vielleicht sollte man mit einem Stück anfangen: Samen in den Ecken aussäen, die sich selbst aussäen.
  • Fläche gut bewirtschaften, also zum Beispiel nicht zu früh abmähen

Kontakte und Ideen zur Umsetzung

  • Grünflächenamt befürwortete vor 2 Jahren das Projekt.
  • Direkte Ansprache im Umweltzentrum wegen Finanzen und Netzwerke
  • Lindenau-Schule – vielleicht ein Klasse oder Fachbereich – als Pate gewinnen.
  • Gutes Projekt: Bienenbotschaft
  • Ein bisschen Blumenwiese sponsorn? Blühfeld Initiative

Hier findet ihr Fakten rund um das Thema, zusammengetragen in einer Präsentation von Susanne Herr: Die Hummel.

Nun einige Monate später hat Susanne ihr Projekt beim Nachhaltigkeitspreis der Stadt Hanau eingereicht.

Bitte gebt unbedingt bis zum 25.06.2021 für Susanne eine Stimme ab!

Input und Präsentation: Susanne Herr

Fotos: unsplash und Sylvie

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