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Stadtradeln 2019 – Bericht von Angelika

Stadtradeln 2019 – Bericht von Angelika

Blick ins Tal von Rothenbergen aus - morgens im Nebel.

Wir veröffentlichen hier einen ausführlichen und sehr detaillierten Bericht von Angelika zum Stadtradeln 2019. Angelika ist während der drei Wochen gut 1.800 km geradelt und hat ihre Erlebnisse zusammengefasst. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Bilder schauen!

Nachdem ich im Mai bei meinem ersten Ausflug mit dem Fahrrad auf dem Rückweg starke Schmerzen im Knie bekam, war ich mir nicht sicher, ob und wie große Fahrten ich noch machen können werde. Erfreulicherweise gab sich das wieder.

Als für mich feststand, dass ich auch wieder große Fahrten machen kann, meldete ich mich gegen Ende Juli beim Stadtradeln an. Ich war etwas erstaunt, dass es (im Vergleich zum letzten Jahr) verhältnismäßig wenig Teilnehmer gab und auch hatte z.B. der ADFC (noch) kein Team; die meisten entschieden sich erst kurzfristig zur Teilnahme und es gab dann doch überraschend viele Teams, von denen letztlich einige mangels aktiver Radler wegfielen.

Ich finde das Stadtradeln eine gute Sache und hatte auch andere Menschen darauf angesprochen; die meisten waren auch wirklich interessiert. Aus Erfahrung weiß ich, dass vieles von dem, was man unterwegs hört/liest, bis daheim wieder vergessen ist – da wäre es praktisch, man könnte dem anderen etwas mitgeben zur Erinnerung und zum Nachlesen. Wäre ich nicht letztes Jahr von jemandem darauf angesprochen worden, wüsste ich bis heute noch nichts vom Stadtradeln.

In der Vorbereitung hatte ich mir Verschiedenes überlegt, wohin ich fahren könnte. Ich war dann selbst überrascht, wie schnell mir 18 Fahrten eingefallen waren; und beim Betrachten der Radwegekarten kamen noch ein paar Ideen hinzu.

 

Mainzer Sand

Mit noch voller Energie begann ich das Stadtradeln mit einer Fahrt zum Mainzer Sand. Die Strecke ist zwar lang, der Mainzer Sand landschaftlich aber einfach wunderschön. Vor 5 Jahren war ich bereits einmal mit dem Fahrrad dort gewesen.

Da ich in Gustavsburg über die Autobahnbrücke die Mainseite gewechselt hatte, ging es danach einen kleinen Umweg  durch die Hochheimer Weinberge. Im Mainzer Sand machte ich dann eine längere Pause – auf derselben Bank wie vor 5 Jahren. Bei meinem Rundgang dort fiel mir auf, dass es zwar relativ viele blauflügelige Ödlandschrecken u. ä. gab, aber ich sah keinen einzigen Dünen-Sandlaufkäfer.

Wie vor 5 Jahren fuhr ich nach Laubenheim, um über die dortige Autobahnbrücke wieder nach Hessen zu wechseln. Damals fragte ich mich, was das Gebäude im Rhein wohl sei – es erinnert etwas an die Pfahlbauten im Bodensee. Auf einer Radwegekarte hatte ich entdeckt, dass es eine Schiffsmühle gibt – diese wollte ich mir einmal ansehen; wie ich vermutete, ist es dieses Gebäude. Das Schiff war von der Brücke aus nicht erkennbar gewesen. Die Schiffsmühle ist heute ein Museum, hat aber nur an bestimmten Tagen geöffnet.

Nach einem Abstecher an die Mainspitze fuhr ich wieder zurück. An einer Stelle war der Radweg durch einen großen Ast blockiert – dieser lag morgens noch nicht da … dies erlebte ich so am nächsten Tag an einer anderen Stelle nochmal. Abbrechende Äste sind nicht nur bei Sturm eine Gefahr – ich bin sehr dankbar, dass ich davor bewahrt wurde; ebenso vor Unfällen und Pannen.

 

Schwanheimer Düne

Gerne wäre ich zum Flughafen gefahren, doch da für den Nachmittag Regen angesagt war, entschied ich mich, nur zur Schwanheimer Düne zu fahren.

Im Vergleich zum Mainzer Sand ist sie recht farblos; zumindest auf den ersten Blick. Es gibt schon einige Farbtupfer zwischendrin. Ich gehe ja immer nur den Bohlenweg entlang – dort sind viel Silbergras und Flechten; im Mainzer Sand gibt es auch solche ‚farblosen‘ Stellen. Um einen besseren Vergleich zu haben, fuhr ich noch in das andere Gebiet der Schwanheimer Düne, das ich von früher blütenreicher in Erinnerung hatte. So war ich dann doch überrascht, dass es auch da nicht sehr bunt war. Dafür gab es dort vierbeinige Landschaftspfleger.

Vergleichen lassen sich die beiden Gebiete nicht richtig, zudem der Mainzer Sand einiges größer und vielseitiger ist. Was beide Naturschutzgebiete – leider – gemeinsam haben ist das große Problem der rücksichtslosen Hundehalter, die ihre Tiere frei laufen lassen. Durch den Kot werden Nährstoffe eingetragen, die andere Pflanzen ansiedeln lassen; diese verdrängen die Sandpflanzen – dadurch wird die Pflege des sensiblen Sandgebiets unnötig erschwert. Möglicherweise ist das auch der Grund für die Veränderung außerhalb des Bohlenwegs.

 

Aussichtskanzel „Vogelnest“

Heute wechselte ich die Mainseite über die Schwanheimer Brücke, um einmal um den anderen Teil des Industrieparks Höchst zu fahren.

In Okriftel fuhr ich dann auf der Regionalpark-Rundroute weiter. Am Schwarzbach entlang und dann zum Rosarium. Die Wasserwerksallee ist Kopfsteinpflaster und so wollte ich sie umfahren; was (durch die Baustelle?) nicht ganz so einfach geklappt hatte wie gedacht. Das Obstbaum-Rondell ist sicher im Frühling sehr schön, wenn die ganzen Obstbäume blühen. Im Regionalparkportal Weilbacher Kiesgruben hat man vom Regionalpark-Turm einen schönen Ausblick. Die Weilbacher Kiesgruben waren der Grund für die Idee des Regionalparks.

Da ich von der Karte wusste, dass es über den Panoramaweg zur Flörsheimer Warte ging, rechnete ich auch mit größeren Steigungen. Natürlich ging es hoch, es war aber recht gut zu fahren; kurz vor der Autobahn wurde es dann wirklich steil. Meine Mittagspause machte ich in den Weinbergen. Bei der St.-Anna-Kapelle zur Wiesenmühle ist ein Schild, dass Radfahrer absteigen sollen. Das ist auch sinnvoll, denn es folgen Treppen. Auf dem Rand lässt sich das Fahrrad hinunterschieben; ich brauchte etwas Übung, um die Absätze fürs Hinterrad auszugleichen. Die Aussichtskanzel „Vogelnest“ ist zwar auch ausgeschildert, es fehlt aber ein Hinweis für den Weg zum Eingang.

Hätte ich diesen Aussichtspunkt nicht auf der Karte gesehen, wäre ich vermutlich nicht bis dorthin gegangen, denn zum Schluss ist es nur ein Trampelpfad und im Gebüsch liegen Teile eines Bauzauns; es sieht also nicht wirklich öffentlich zugänglich aus. Sehr schade ist, dass unter dem „Vogelnest“ der Boden übersät ist mit Glasscherben. Um die Vögel auf dem Silbersee besser beobachten zu können, ist ein Fernglas empfehlenswert – die Garantie, auch tatsächlich Vögel zu Gesicht zu bekommen, gibt es natürlich nicht. Da das Nest oben offen ist, ist ein Sonnenschutz (z.B. ein Hut) oder ein Besuch an bewölkten Tagen sinnvoll.

Schneller als erwartet war ich dann wieder an der Wiesenmühle. Da ich nicht die Treppen zur St.-Anna-Kapelle hochschieben wollte, fuhr ich geradeaus weiter. In der Annahme, es ginge bis zum Main nur noch runter war ich überrascht, dass es dann doch nochmal hoch ging und ich ein Stück schieben musste. Auf dem Mainuferweg ging es zurück.

Die Strecke auf der Regionalpark-Rundroute ist sehr abwechslungsreich und es gibt viele interessante Stationen. Nach der Flörsheimer Warte geht es auf einem Schotterweg hinunter, was schwierig zu fahren ist.  Gelohnt hat sich dieser Ausflug auf jeden Fall.

 

Bad Soden

Heute besuchte ich Verwandte. Als ich dort ankam, begann es zu tröpfeln und es regnete dann auch kräftig. Nachdem die Sonne herauskam und es etwas abgetrocknet war, fuhren wir einen Rundweg nach  Altenhain – ich hatte auf einer Karte des NABU gesehen, dass es dort ein weiteres Gebiet (neben Neuenhain) mit dem Ameisenbläuling gibt.

Dies wollte ich mir einmal ansehen, ob sich ein Ausflug dorthin nächsten Sommer für mich lohnen könnte. Nach einem leckeren Mittagessen spielten wir noch gemeinsam (da regnete es auch nochmal kräftig). Danach wurde ich noch bis zur Safariroute begleitet – diese Strecke ist zwar etwas weiter aber schöner als entlang der Hauptstraße.

Nach der für mich üblichen Pause beim Offenbacher Hafen, regnete es leicht. Es war für mich wenig genug, um trotzdem heimzufahren. Weit kam ich nicht, als es zu schütten begann – ich fand aber gleich einen Unterstand; und einige andere auch. Nach fast ½ Stunde hörte der Regen auf und es herrschte allgemeiner Aufbruch. Wenig später schien wieder die Sonne … und in einiger Entfernung vor mir durfte ich dann noch einen Regenbogen sehen.

 

Liederbach, Altenhain, Bonifatius-Route, R4

Da wir am Donnerstag das Gebiet mit dem Ameisenbläuling nicht richtig im Kopf und daher nicht gesehen hatten und auch einen kleinen Bach an einer anderer Stelle vermissten, fuhr ich kurzentschlossen über Liederbach nach Altenhain, um nochmals danach zu schauen; letztlich mit Erfolg. Ab Sulzbach ging es dann auf der Bonifatius-Route bis Dortelweil und ab Niederdorfelden auf dem R4 zurück.

 

Klostergarten Seligenstadt

Nach verschiedenen Erledigungen reichte es noch für eine Fahrt zum Klostergarten Seligenstadt; das ist ja immer ein schönes Ausflugsziel.

 

Connemara-Gestüt Wächtersbach und Kinzigtalsperre

Vor ein paar Jahren las ich in einem Artikel, dass es bei Wächtersbach ein Connemara-Gestüt gibt. Das wollte ich mir gerne einmal ansehen und nahm dieses Vorhaben nur endlich in Angriff.

Ich dachte, der Weg nach Erlensee wäre beleuchtet bzw. dass die Straßenlampen ihr Licht soweit herüberwerfen … dies ist leider nicht der Fall. Ich habe zwar eine LED-Lampe und der Weg ist mir nicht völlig unbekannt und ich kam dann auch gut in Erlensee an, aber wiederholen muss ich die Fahrt im Dunkeln nicht.

Schon lange Zeit war ich nicht mehr in diese Richtung gefahren und stellte fest, dass der Verlauf des R3 inzwischen verändert wurde: er führt nicht mehr durch die Orte Aufenau und Ahl hindurch, sondern er geht jetzt an diesen vorbei; das bedeutet nicht nur weniger Steigung, es ist auch schöner zu fahren. Nach einer Pause beim Gestüt fuhr ich noch bis zur Kinzigtalsperre.

Durch die neue Streckenführung habe ich vor, künftig auch den R3 wieder für Ausflüge mit zu berücksichtigen.

 

Flughafen

Nun ging es ‚endlich‘ an den Flughafen. Bevor ich es mir am Aussichtspunkt West gemütlich machte, machte ich noch einen kleinen Abstecher zu der nahegelegenen Heidelandschaft. Es blühte mehr als letztes Jahr, ich vermisste aber das kräftige lila.

 

Regionalparkportal Weilbacher Kiesgruben und Radweg um den Industriepark Höchst

Ich war nochmal zum Regionalparkportal Weilbacher Kiesgruben gefahren und traf dort auf einen kompetenten Mitarbeiter – von ihm bekam ich wertvolle Hinweise, um mich in dem teilw. herrschenden ‚Schilderwald‘ besser zurechtzufinden. Auch nahm ich die aktuellen Radwegekarten mit, denn meine waren schon 7 Jahre alt und älter; und es gibt inzwischen auch neue Regionen. Außerdem erfuhr ich, dass es eine Gebietserweiterung nach Ost (an der Kinzig bis Sterbfritz) und West (Rheingau) geben wird.

Das sind erfreuliche Aussichten. Schön wäre es, wenn auch Gemeinden wie Babenhausen, Dieburg, Breuberg u.a. sowie die Gemeinden Main-aufwärts (z.B. Aschaffenburg, Sulzbach, Obernburg, Miltenberg u.a) sich dem Regionalpark-Rheinmain anschließen würden.

Auf dem Rückweg fuhr ich noch den Radweg um den Industriepark Höchst. Auf einer Strecke von ca. 10 km gibt es 13 Stationen mit verschiedenen Informationen. Diese ‚Fenster‘ der einzelnen Stationen sind manchmal nicht sehr auffällig, so dass man sie leicht übersehen kann; was einem spätestens bei der nächsten Station an der Nummer auffällt. Aufgrund der Beschilderung ist der Rundweg nur im Uhrzeigersinn befahrbar – einsteigen kann man beliebig, da die einzelnen Stationen nicht in unmittelbarem Zusammenhang stehen.

 

Flughafen Aussichtspunkt Ost

Nachdem ich die letzten drei Tage trotz Winterstiefeln morgens kalte Füße bekam, es abends aber noch schön war, war mir der Gedanke gekommen, morgens später los und dafür abends länger zu fahren. Als ich heute Morgen losfuhr, war es im Vergleich zu den letzten Tagen fast ‚sommerlich‘ warm.

Durch den Rundweg um den Industriepark Höchst habe ich auch meine alte Radstrecke nach Kelsterbach wiederentdeckt. Vermutlich war sie wegen Bauarbeiten irgendwann gesperrt gewesen und im Laufe der Zeit hatte ich sie dann vergessen. Daher fuhr ich sie nun bewusst, um sie in Erinnerung zu behalten und auch um zu sehen, wo ich in Kelsterbach ankomme, denn der Mainradweg wird dort noch einige Zeit gesperrt bleiben.

Nachdem ich dieses Jahr irgendwann auf dem Weg zum Flughafen einen Wegweiser nach Gateway Gardens gesehen hatte, wollte ich mal sehen, ob es wieder möglich ist, über die Unterschweinstiege zu den Flughafenterminals zu kommen. Die Baustelle unter der B43 und Umgebung  besteht noch [ vermutlich noch länger 😉 ], aber die Strecke ist wieder fahrbar. Ich fuhr noch zum Aussichtspunkt Ost und danach über die Unterschweinstiege zurück.

 

Kulturradweg „Kurmainzer Herz“

Vor ein paar Jahren hatte ich in Seligenstadt das Faltblatt des Kulturradwegs Kurmainzer Herz bekommen. Da er nur 35 km lang ist dachte ich, es wäre eine geeignete Strecke für einen Freitag. Weil ich nicht mit der Fähre übersetzen wollte, fuhr ich auf der anderen Mainseite bis Kahl und wollte dort diesen Rundweg beginnen.

An der Kahlmündung war ich überrascht, dass ich das Wegzeichen für den Kulturradweg entdeckte – meiner Meinung nach hätte ich noch ein Stückchen weiter am Main entlang fahren müssen. Nachdem das Faltblatt schon ein paar Jahre alt ist, kann sich der Wegeverlauf ja zwischenzeitlich geändert haben. Irritierend war dann, dass ich auch die Hauptstraße überqueren musste … das nächste Zeichen fand ich nur beim Zurückschauen, dann ging es in einen Hof (also Sackgasse) und letztlich kam ich wieder bei der Ampel raus. Noch ein Versuch…

Das ganze hatte mich viel Zeit gekostet und ich gab meinen Plan auf. Ich wollte aber noch am Main entlang bis gegenüber der Fähre fahren, um wenigstens den Teil des Rundweges gesehen zu haben. Unterwegs traf ich dann irgendwann wieder auf das Wegzeichen des Kulturradwegs und entschloss mich, es noch einmal zu versuchen.

An der „Kipp“ musste ich dann umdrehen, da der Weg ab da wegen Sturmschäden gesperrt war. Ich entschied daher, am Main entlang bis Großwelzheim zu fahren und dort dann wieder dem Rundweg zu folgen. Mit Hilfe des Faltblatts und viel suchen fand ich dann auch fast jede Station – aus Zeitgründen brach ich kurz nach einem Hofladen ab, nachdem ich auch das Wegzeichen wieder mal verloren hatte (am Sonntag war ich dann die restliche Strecke noch gefahren).

Der gelbe Schlitten auf blauem Grund ist an sich recht auffällig, die verhältnismäßig kleinen Aufkleber sind es nicht immer. Vermutlich wurde der Weg teilweise von Leuten ausgeschildert, die nicht nur den Weg auswendig kannten, sondern die auch keinerlei Ahnung von der Praxis hatten – so dass manche Schilder erst ein paar Meter nach einer Kreuzung angebracht wurden oder halt auch gar nicht…

Wer sich etwas für die Geschichte interessiert, der kann an den einzelnen Stationen Interessantes lesen. Der Weg geht entlang des Mains, durch Wald, über Felder, durch Orte – und ist daher abwechslungsreich. Der Rundweg eignet sich vielleicht besonders für Familien mit Kindern in einem Alter, in denen es ihnen Freude macht, nach Schildern zu suchen; oder einfach für Leute mit Spaß am Abenteuer … es empfiehlt sich auf jeden Fall, viel Zeit für diesen Rundweg einzuplanen und sich darauf einzustellen, auch mal einen Weg wieder zurückfahren zu müssen und einen anderen auszuprobieren.

 

Kreuz und quer

Eigentlich wollte ich heute auf der Hohen Straße fahren, doch morgens regnete es leicht und ein Blick in die Wetterprognose zeigte, dass es (zumindest die nächsten beiden Stunden) auch so bleiben sollte; der ganze Tag war trüb und wechselhaft. Ich konnte also den Tag mit Sinnvollem in der Wohnung verbringen, oder ich fahre etwas in der näheren Umgebung in dem Vertrauen, dass es nicht mehr regnen wird, als meine Kleidung abhält. Da ich mich aufs Fahrradfahren eingestellt hatte, entschied ich mich nach diesen zwei Stunden fürs Fahren und wählte die grobe Richtung Hainburg über die Felder. Dabei kam ich auf einen Weg, der mir völlig unbekannt war und kam schließlich in Froschhausen raus. Da kam mir der Gedanke, ich könnte doch den am Freitag abgebrochenen Kulturradweg zu Ende fahren.

Ich fuhr dann nach Seligenstadt zu den ersten beiden Stationen und von da aus zum Schachenbrunnen (dem letzten Stationspunkt am Freitag); an einer Ampel sah ich dann schon das Wegzeichen was den Vorteil hatte, dass ich dadurch wusste, wo ich am Freitag vom Weg abgekommen war. Auf dem Heimweg nach der letzten Station regnete es etwas stärker; das einzige Mal an diesem Tag. Nach einer kleinen Pause daheim fuhr ich in Richtung Rodgau; dort sollte es nach der Wetterprognose am Morgen nun trocken sein. Ich fuhr nach Nieder-Roden und wollte auf dem R4 zurückfahren – dieser Radweg war wegen Sturmschäden gesperrt, so dass ich einfach denselben Weg wieder zurückfuhr.

 

An der Nidda entlang bis Staden

Ich fuhr nach Frankfurt Höchst und dann einfach der Nidda entlang und war selbst gespannt, wie weit ich kommen würde. Am Ende von Bad Vilbel war die Niddaroute gesperrt und der Weg ging gleich zum Dottenfelder Hof. Ich beschloss, auf dem Rückweg nicht wieder nach Höchst zu fahren sondern über den R4 ab Niederdorfelden – dies war einiges kürzer und ermöglichte mir dadurch, länger an der Nidda entlangzufahren. So kam ich bis Staden. Es ist ein nettes Örtchen mit Fachwerkhäusern, einem Schloss und kleinen Brücken.

Zurück in Gronau war ich gut in der Zeit und entschied mich, nochmals nach der Krachenburg (Römisches Kastell) zu suchen; letztes Jahr hatte ich sie nicht gefunden und niemand wusste von ihr – dieses Jahr erging es mir nicht anders.

 

Flughafen

Da ich morgens einen Impftermin hatte und nach den vielen km vom Vortag, wollte ich nochmal zum Flughafen Aussichtspunkt West. Schon nach kurzer Zeit spürte ich mein Knie – dieselbe Stelle wie im Mai. So fragte ich mich, ob ich überhaupt fahren oder nicht besser eine Pause daheim einlegen sollte; ich hatte aber den Eindruck, fahren zu sollen. So fuhr ich langsam und versuchte, meinen Fuß möglichst wenig zu belasten.

Nach der Abzweigung vom Mainradweg sprach mich ein Radler an, ob ich zum Flughafen fahren würde. Es war ein Mann aus Slowenien, der eine Arbeit am Flughafen gefunden hatte und den Weg mit dem Fahrrad suchte; im Wald funktionierte sein Navi auf dem Handy nicht. Bis zum Airportring fuhren wir zusammen und dort erklärte ich ihm den weiteren Weg. Der Slowenier hatte sich sehr gefreut und meinte, er hätte großes Glück gehabt… .

Beim Weiterfahren fiel mir auf, dass ich seit der Begegnung mit dem Radler keine Beschwerden mit dem Knie mehr hatte. Tja, Gott hatte mich morgens damit zum langsam fahren gebracht – ich wäre sonst ja viel zu früh bei der Abzweigung gewesen.

 

Miltenberg

Zur Abwechslung ging es nun in die andere Richtung am Main entlang. Da ich früher beim Wasserholen und auch letztes Jahr bei meiner Fahrt nach Miltenberg in Aschaffenburg wieder die Mainseite gewechselt hatte, blieb ich nun bewusst auf der mir unbekannten Seite.

Der Radweg führt viel an der Bahnstrecke entlang, ab und zu ein kleiner Abstecher zum Main hinunter, dann wieder hoch und durch/entlang der Orte – es war interessant, ab und zu einen Blick auf die andere Mainseite zu werfen und zu sehen, wo ich sonst immer entlanggefahren war.

In Miltenberg hatte ich mir zwei ‚Spitzbuben‘ (Brötchen aus Weizengrieß) gekauft – eines für eine Pause am Main und eines für daheim. Zurück war ich dann wieder auf der üblichen Seite gefahren, am schönen Schloss von Kleinheubach vorbei. Künftig werde ich bei Fahrten in Richtung Miltenberg in Aschaffenburg wieder auf die andere Seite wechseln – der Hinweg war interessant, für mich gibt es dort aber zu viele ‚Ecken‘; ich fahre lieber ‚geradeaus‘.

 

Hohe Straße, Ysenburgroute und Kinzigroute

Heute holte ich die für letzten Sonntag geplante Fahrt nach.

Vor ein paar Jahren war ich öfter zum Wartbaum gefahren, mich interessierte besonders das Feld-Flora-Reservat. Leider wurde mir der Weg dann zu anstrengend und ich wusste auch keine andere machbare Möglichkeit, um auf die Hohe Straße zu kommen; schade, denn ich war dort gern gefahren. Im Regionalparkportal bekam ich den Tipp der Regionalpark-Rundroute über Wachenbuchen –-> diese Strecke wollte ich einmal ausprobieren, ob das für mich machbar ist. Dass es da hoch geht und dies anstrengend ist, ist logisch – aber ich konnte die ganze Strecke fahren. So habe ich nun eine Möglichkeit gefunden, wieder auf die Hohe Straße zu kommen – darüber freue ich mich sehr und werde das sicherlich nächstes Jahr auch nutzen; auch wenn das Feld-Flora-Reservat nur noch nach Anmeldung geöffnet ist.

Die Hohe Straße ist nicht eben, wie vielleicht manche meinen, sondern sie ist recht hügelig; es geht hoch und runter – manchmal musste ich auch hochschieben, dafür gibt es dann auch wieder schöne Abfahrten. Meist hat man eine gute Sicht ins Tal. Gefreut habe ich mich über einen Bauern, der einen Streifen auf seinen Getreidefeldern bis Anfang Oktober stehen lässt: für den Feldhamster, und davon profitieren auch Rebhühner, Feldhasen u.a.

Oberhalb von Büdingen endet z.Zt. noch die Hohe Straße, eine Weiterführung ist aber geplant. Büdingen ist sehenswert mit vielen Fachwerkhäusern, Schloss u.a. mehr. Beim Rückweg war ich angenehm überrascht, dass ich nicht ganz so viel hochschieben musste, wie ich beim runterfahren befürchtet hatte.

Leider gibt es auf der Hohen Straße ein längeres Stück mit für Radler ungeeigneten Wegen, zwischendrin auch ein Hang mit Kopfsteinpflaster … das wollte ich nicht zurückfahren. So blieb nur die Möglichkeit eines Radwegs mit den üblichen grünen Schildern oder die Ysenburgroute, die eine Regionalparkroute ist. Ich entschied mich für die Ysenburgroute, fand aber das Wegzeichen nicht.

Nachdem ich ein kleines Stückchen zu weit war, sah ich zwei Radler, die ich nach der Ysenburgroute fragte. Es stellte sich heraus, dass sie diese ebenfalls fahren wollten; sie kamen aus Offenbach. Wir fanden schließlich auch die Wegzeichen und fuhren bis Langenselbold gemeinsam. Für mich erfreulich war, dass es nur bei der Ronneburg steil hoch ging … ich vermute, dass die Ysenburgroute in der anderen Fahrtrichtung anstrengender ist.

Am Ende der Ysenburgroute fuhr ich dann das fertiggestellte Teilstück der Kinzigroute; es ist die frühere Streckenführung des R3.

 

Mainradweg bis Frankfurt

Ich hatte überlegt, ob ich nochmal zur Schwanheimer Düne fahre – ich war mir aber nicht sicher, ob es zeitlich reichen würde. Nachdem ein Teil des Mainradwegs gesperrt war und ich mich eine Weile mit einer Frau unterhalten hatte, war klar, dass es mir soweit nicht reichte. Ich fuhr dann einfach auf Zeit und ganz bewusst als Fahrt am Main entlang; so nahm ich auch manches (wieder) wahr, was mir bei sonstigen Fahrten entgangen war.

 

Flughafen – Langen, Dreieich, Seligenstadt

Zum Abschluss wollte ich nochmal zum Flughafen Aussichtspunkt West – und danach Richtung Mönchbruch und die Regionalpark-Rundroute bis Heusenstamm fahren; bzw. vermutlich nur bis Götzenhain und dann auf der Regionalparkroute bis Dietzenbach. Da ich erfahren hatte, dass es bei der Gedenkstätte KZ Außenstelle Walldorf  etwas Neues gibt, änderte ich meinen Plan. Es gibt eine schöne Karte mit allen Fahrradanbindungen zum Flughafen … danach gab es auch eine Verbindung vom Aussichtspunkt West über die KZ-Gedenkstätte nach Mörfelden-Walldorf. Nach einem Abstecher zu einer Stelle mit Heidekraut beim Egelsbacher See wollte ich dann ab dem Oberwaldsee auf der Regionalpark-Rundroute weiterfahren.

In Frankfurt war ich froh, als ich das Museumsufer hinter mir hatte – mehrere Stellen waren (wie bes. sonntags morgens üblich) übersät mit Glasscherben… Tja, das ist einer der Vorteile von Plastikflaschen: sie gehen beim Runterfallen nicht kaputt.

Historischer Lehrpfad zur KZ-Außenstelle Walldorf. Ein Spitz nach oben steigenes Haus mit viel Glas dient als Gedenkstätte.

Historischer Lehrpfad zur KZ-Außenstelle Walldorf

Beim Aussichtspunkt waren für die Uhrzeit relativ viele Besucher da, dafür starteten weniger Flugzeuge; unter der Woche finde ich es interessanter. So blieb ich nicht lange, zudem ich ja auch noch eine längere Strecke fahren wollte. Nachdem ich letztes Jahr rund um den Flughafen gefahren war, war mir der Weg erst einmal vertraut – ich wusste aber nicht genau, wann es zur KZ-Gedenkstätte ab ging. Überrascht war ich, dass diese Fahrradanbindungen zwar wunderbar auf der Karte eingezeichnet waren, es aber keine Hinweisschilder/Wegzeichen gab; zumindest habe ich nichts Derartiges gesehen. Schließlich fand ich die Gedenkstätte und ging auch den Historischen Rundweg.

Da ich mich in Walldorf nicht auskenne, wurde es danach sehr mühsam, weil ich ständig auf die Karte gucken musste, wo ich war und wie es weitergeht. Nach der Bundesstraße war der Weg wegen Sturmschäden gesperrt, ich war mir aber auch nicht sicher, an welcher Stelle der B44 ich mich befand. Wie so oft in den letzten drei Wochen war es ein Hundebesitzer, der mir weiterhalf. Wir stellten fest, dass ich schon richtig war … sie konnte mir dann sagen, dass die Straße entlang des Wohngebiets befahrbar war; welche der Wege noch gesperrt waren, wusste sie aber nicht. Letztlich kam ich bei einem der Amphibienbiotope raus. Dort kam ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, deren Haus direkt im Sturmgebiet lag: es waren ‚nur‘ 4 Minuten – bei Windgeschwindigkeit von 150 km/h, großen Hagelkörnern, Stromausfall…

Die auf der Karte eingezeichnete Stelle mit Heidekraut ist zwar vorhanden, allerdings ist es eingezäuntes Sperrgebiet; so gibt es nicht viel zu sehen und photographieren ist verboten. Ich fuhr dann einfach eine der Schneisen geradeaus durch, um beim Schloss Wolfsgarten auf die Regionalpark-Rundroute zu kommen; an der Stelle war diese gesperrt. Daher fuhr ich dann die Regionalparkroute zwischen Egelsbach und Langen bis fast zur Autobahn.

Ein Stück nachdem ich in Langen unter der Autobahn durchgefahren war, war der Weg von umgestürzten Bäumen versperrt. Ich fuhr dann auf der Straße über Dreieichenhain nach Dietzenbach. Dort hatte ich die Wahl, entweder nach Heusenstamm oder nach Seligenstadt über Rodgau zu fahren. Ich war mir nun nicht sicher, ob der Weg nach Heusenstamm auch fahrbar war. Da der Weg Richtung Seligenstadt an der Straße entlang ging, entschied ich mich dafür. Ich fuhr dann auch bis Seligenstadt, weil es mich interessiert hatte, wie der Radweg bis dorthin geht.

An den Sturm und dadurch noch gesperrte Wege hatte ich überhaupt nicht gedacht, sonst hätte ich mir eine andere Wegstrecke ausgesucht. Da es um Dreieich und Egelsbach ein paar Stellen gibt, die mich interessieren, werde ich vermutlich nächstes Jahr nochmal in diese Ecke fahren; bis dahin sind die Wege vielleicht auch wieder frei.

 

 

Auf jeden Fall hat mir das Radfahren viel Freude gemacht und ich habe wieder Neues kennengelernt und eine abwechslungsreiche Zeit erleben dürfen. Ich habe aber auch gemerkt, dass drei Wochen lang sind und möchte nächstes Jahr nicht mehr ganz so viel fahren; zumindest nicht immer so früh los.

Durch die Radwegekarten kommen mir auch immer wieder neue Ideen, wohin ich mal fahren könnte oder dass ich eine bestimmte Regionalparkroute ganz oder teilweise erkunde. Dadurch, dass diese Karten kostenlos erhältlich sind, können auch Gelegenheitsfahrer – die sich keine Karte kaufen würden – Anregungen für Ausflüge finden. Schade ist, dass im Stadtladen Hanau die Karten nur im Schrank ‚versteckt‘ sind – man muss es also wissen und nachfragen, um sie zu bekommen; besser wäre es, wenn sie in einem Ständer bereitstehen oder dass es wenigstens einen sichtbaren Hinweis gäbe, dass diese Radwegekarten erhältlich sind.

Was mir in diesen drei Wochen sehr aufgefallen war, sind die vielen Menschen, die (nicht nur auf dem Mainradweg) auf der linken Seite gehen oder joggen – und völlig selbstverständlich davon ausgehen, dass die anderen ihnen ausweichen. Bei übersichtlichen und freien Strecken ist dies ja kein Problem … bei Gegenverkehr, Kurven und Kuppen ist das allerdings gefährlich.

Vor einem Ehepaar musste ich dann letztlich aufgrund von Gegenverkehr stehenbleiben, darüber waren sie dann auch noch sehr erbost; statt dass sie hintereinander und etwas zur Seite gegangen wären.

Ich denke, dass den allermeisten gar nicht bewusst ist, in welche gefährliche Situation sie andere Verkehrsteilnehmer (hauptsächlich Radler) mit dem Linksgehen bringen, indem sie sie zu ‚Geisterfahrern‘ zwingen. Bis jetzt ist mir erfreulicherweise noch nichts passiert, aber es wäre besser, die Menschen würden auf der rechten Seite laufen – dann kann man langsam hinterherfahren, bis ein Überholen problemlos möglich ist.

 

Es grüßt Euch,

Angelika

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