post-title Stadtradeln 2018: Eine Woche unterwegs mit dem Rad (von Angelika)

Stadtradeln 2018: Eine Woche unterwegs mit dem Rad (von Angelika)

Stadtradeln 2018: Eine Woche unterwegs mit dem Rad (von Angelika)

Das Bild zeigt eine Stadtradlerin

Da ich Ende August in den Urlaub fuhr und das eine und andere vorher noch erledigen musste, war für mich die Radler-Zeit für dieses Jahr nach der ersten Augustwoche zu Ende, zumindest was längere Ausflüge betrifft. Doch dann wurde ich gefragt, ob ich beim Stadtradeln mitmachen wollte…

Da ich „Menschen in Hanau“ gerne unterstützen möchte und mir Fahrrad fahren auch sehr viel Freude macht, war das Stadtradeln natürlich eine optimale Gelegenheit. Julian half mir beim Anmelden – und dann versuchte ich, soweit möglich, alle Erledigungen auf die nächsten beiden Wochen zu komprimieren; so dass ich in der ersten Radler-Woche nur noch das nötigste tun musste. Außerdem überlegte ich mir, wo ich überall hinfahren könnte; dafür sind Radwege-Karten eine große Hilfe. Nachfolgend möchte ich euch an meinen „Reisen“ teilhaben lassen.

 

Naturschutzgebiet Mönchbruch (115.79 km)

Schon lange wollte ich ins Naturschutzgebiet Mönchbruch fahren und so war dies mein erstes Ziel.

Nicht weit nach dem Aussichtspunkt West des Frankfurter Flughafens verließ ich spontan die Regionalpark-Route und entdeckte eine herrliche Heidelandschaft; zur Blütezeit ist sie sicher noch schöner.

Zurück auf der Regionalpark-Route war es nicht mehr weit bis zum Jagdschloss Mönchbruch und dem Mönchbruchweiher. Von da aus fuhr ich an der Mönchbruchwiese und dem Gundbach entlang Richtung Walldorf. Die Mönchbruchwiese und der Alte Torfstich selbst sind größtenteils nicht betretbar, es gibt aber immer wieder Aussichtspunkte. Landschaftlich fährt man durch/entlang von Wald und Wiesen. Es gibt dort auch viel Damwild.

Immer wieder hat man einen guten Blick auf gestartete Flugzeuge; vielleicht auch eine kleine Alternative zu den Aussichtspunkten am Flughafen. Eine Unterhaltung ist allerdings bei überfliegenden Flugzeugen kurzzeitig nicht mehr möglich – dies zeigt auch eine mögliche Problematik von Bewohnern der Flugschneisen. Ich habe mich auch nur recht kurzzeitig im Naturschutzgebiet Mönchbruch aufgehalten, daher weiß ich auch nicht, wie sich die Störungen über den ganzen Tag hinweg auswirken. Die Flugzeuge fliegen auch nicht ununterbrochen und dazwischen ist es wunderbar ruhig; nur die natürlichen Laute von Vögeln, Insekten u.a. sind zu hören. Mich persönlich haben die Flugzeuge nicht gestört.

Da ich den Gundwiesensee von Walldorf schon kenne, fuhr ich auf der Regionalpark-Rundroute zum Schnepfensee und Oberwaldsee (nahe der A5), wobei von letzterem durch den Wald nicht viel zu sehen war. Nahe bei den Seen gibt es auch zwei Amphibienbiotope – bei dem zweiten sind die vielen Goldfische irritierend, aber vielleicht sind diese auch wegen der vielen Algen dort nötig. Dennoch habe ich auch dort ein paar Frösche und Libellen gesehen.

Historische Kalkbrennöfen in Flörsheim (117.62 km)

Der nächste Tag führte mich nach Flörsheim, nachdem ich auf einer Karte entdeckt habe, dass es dort historische Kalkbrennöfen gibt.

Es sind Reste von drei ehemaligen Brennöfen erhalten, die Mauern werden teilweise abgestützt. Das Industriedenkmal kann überquert und dadurch auch von oben betrachtet werden, außerdem gibt es Informationstafeln.

Ob sich eine weite Anfahrt lohnt – da habe ich meine Zweifel. Wer allerdings sowieso in der Nähe ist und sich dafür interessiert, für den kann ein kleiner Abstecher interessant sein.

Schwanheimer Düne (78.56 km)

Da ich nun schon zweimal an der Schwanheimer Düne nur vorbei gefahren war, wollte ich dieses Mal direkt dorthin fahren, da ich dieses Naturschutzgebiet sehr gern mag und dieses Jahr noch nicht oft dort war.

Wer Sand-Lebensräume nicht kennt, sollte am besten im Frühling/Sommer (nicht vor Mai/Juni) dorthin gehen – es gibt nicht sooo viele Blumen, die an diesem extremen Standort wachsen.

Außerhalb der Blütezeit wirken diese wertvollen Gebiete meist recht trostlos.

 

Miltenberg (151.06 km)

Vor ca. 20 Jahren war ich regelmäßig zu einer Quelle nach Obernburg gefahren, um Wasser zu holen. Nun wollte ich sehen, was inzwischen aus dieser Quelle geworden ist, ob es sie noch gibt.

Nach Aschaffenburg kam mir der Gedanke zu versuchen, ob ich es bis Miltenberg schaffe.

Bei der Niedernberger Seenplatte machte ich meine Frühstückspause – ein schöner See. Es gab viele Schwalben dort und es machte Freude, ihnen zuzusehen. Nach einer Weile häuften sich Spaziergänger, Jogger o.ä. Aktive; da war ich aber sowieso schon am Aufbrechen, um meine Fahrt fortzusetzen. Um den See kann man herumlaufen, das ist sicher auch ein interessanter Weg.

Da ein Teil des Mainradwegs wegen Bauarbeiten erst ab der folgenden Woche ganz gesperrt wurde, kam ich noch problemlos zu der Quelle. Sie wurde inzwischen eingefasst und es wurde ein Schild mit der Aufschrift: kein Trinkwasser angebracht. Das hindert manche Leute nicht daran, nach wie vor dort Wasser in Kanister abzufüllen.

In Trennfurt war ich überrascht, dass der Radweg nach Miltenberg auf der anderen Mainseite weiterging. Dort traf ich ein Radler-Ehepaar, das eine mehrtägige Tour machte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass ihr Tagesziel Klein-Krotzenburg war … vielleicht würden wir uns dort nochmal treffen; das geschah nicht.

Miltenberg ist ein sehenswerter Ort mit vielen schönen Fachwerkhäusern.

 

Dietzenbacher Anglersee (86.56 km)

An dem Anglersee von Dietzenbach war ich schon gewesen, hatte mir aber weder Fahrzeit noch km dorthin aufgeschrieben. Da ich diesen Anglersee gern in meine Fahrrad-Ziele-Liste aufnehmen möchte, war der Freitagvormittag eine gute Möglichkeit, das Versäumte nachzuholen.

Der See lädt zum Entspannen ein – er kann auch umrundet werden. Am Wochenende, zumindest am Sonntag, ist es dort allerdings recht voll.

 

Niedernberg – Babenhausen – Seligenstadt – Dietzenbach (135.19 km)

Ein schöner Blick auf den Wartturm von Schaafheim vor strahlend blauem Himmel.

Wartturm von Schaafheim

Sonntags am Main entlang zu fahren vermeide ich möglichst. So hatte ich mich entschieden, über Aschaffenburg hinaus zu fahren und dann irgendwann im Bogen wieder zurück. Da ich von dieser Gegend keine Radkarte habe, war ich auf Hinweisschilder angewiesen; eine Autokarte hatte ich dabei, damit ich die Richtung angegebener Orte nachschauen konnte.

Bei Niedernberg folgte ich dann den Radwegzeichen nach Pflaumheim und Mosbach. Von dort ging es hoch zum Wartturm von Schaafheim. Den Turm kann man hinaufsteigen, die Sicht ist eingeschränkt. Beim Turm befindet sich auch ein Flugplatz für Modellbauflugzeuge – es ist interessant, den Flugkünsten zuzuschauen; allerdings sind die Motoren schon ziemlich laut.

Dann ging es hinunter nach Schaafheim. Es ist ein sehr schönes Örtchen mit vielen Fachwerkhäusern.

Weiter fuhr ich nach Babenhausen. Ich nutzte gleich die Gelegenheit, den Przewalski-Pferden einen Besuch abzustatten; dies hatte ich schon lange geplant.

Von da aus wollte ich nach Seligenstadt – ich bekam den Tipp, über Dudenhofen zu fahren, weil es angenehmer zu fahren ist als auf dem direkten Weg. Spontan fuhr ich dann noch nach Dietzenbach zum Anglersee um zu schauen, wie es dort sonntags aussieht; wie vermutet recht voll ;-).

 

Frankfurter Flughafen (133.29 km)

Zum Abschluss meiner Stadtradeln-Zeit verbrachte ich den Tag am Frankfurter Flughafen; an allen drei Aussichtspunkten. Es ist immer wieder interessant, den unterschiedlichen Flugzeugen beim Starten oder Landen zuzusehen.

 

Diese Woche hat mir sehr viel Freude bereitet und ich bin dankbar, dass ich auf das Stadtradeln angesprochen wurde. Ich habe Neues kennengerlernt und auch bekannte schöne Orte nochmal besucht.

Durch die Radwege-Karten kann man sich über viele Möglichkeiten für Ausflüge informieren. Ich finde es super, dass in Hanau verschiedene Karten kostenlos erhältlich sind; dafür werde ich von manchen Bekannten beneidet.

Schade ist, dass die verschiedenen Routen teilweise nicht ausreichend ausgeschildert sind. Dass die Wegzeichen mal rechts und mal links vom Weg sind, mal an Masten, mal an Bäumen o.ä. – die Erfahrung schult den Blick. Schwieriger wird es, wenn die Schilder durch (ausgebleichte) Aufkleber ersetzt wurden; diese sind schwer erkennbar. Dass manche Schilder keine genaue Richtung angeben, könnte auch durch starken Wind oder „dumm-Jungen-Streiche“ verursacht sein. Leider gibt es auch immer wieder Stellen, an denen Hinweise gänzlich fehlen.

Irritierend ist z.B. auch, wenn eine Rundroute in drei Richtungen geht. Bei den erfreulicherweise vielen Radwegen gibt es immer wieder Strecken, die zu verschiedenen Routen gehören – dort sollten aber dennoch alle Wegzeichen vorhanden sein; denn woher soll ein Fremder wissen, dass er plötzlich nach einem anderen Wegzeichen fahren muss – und nach welchem? … es gibt also noch viele Verbesserungs-Möglichkeiten.

Wünschenswert ist, dass die Radwegrouten von Ortsunkundigen geprüft werden – natürlich im Beisein von Radweg-Verantwortlichen, damit vorhandene Unklarheiten (oder auch Gefahrenstellen) beseitigt werden können. Und dann sollten die Strecken immer wieder geprüft werden, ob auch noch alle Hinweise vorhanden und lesbar sind.

 

Bei aller Kritik sind viele Strecken gut bis sehr gut ausgeschildert; oft eben nicht durchgängig, was dann manche Ausflüge schwierig macht.

Ein anderes Problem – nicht nur bei Radtouren – sind fehlende Toiletten; auch an behelfsmäßigen „Freiland-WCs“ fehlt es zunehmend. Mit voller Blase fährt und läuft es sich einfach schwierig. Eine gute Möglichkeit sind öffentliche Einrichtungen oder auch Gaststätten o.ä. – aber diese liegen nicht immer an den Radwegen.

Ein gutes Beispiel ist Offenbach: dort gibt es am Mainradweg (bei einem Spielplatz) Dixi-Klos. Diese werden wohl über Nacht abgeschlossen, sind aber tagsüber meines Wissens frei zugänglich.

Ein Vorschlag wäre, in regelmäßigen Abständen entlang den Radrouten ein Dixi-Klo aufzustellen und diese Standorte auch in die Radweg-Karten aufzunehmen. Dies wäre eine große Hilfe bei Ausflügen; nicht nur für ältere Menschen.

 

Angelika Gminder

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