post-title Handgefertigte Schutz-Visiere für Hanau von den Nachbarn der Julius-Leber-Straße

Handgefertigte Schutz-Visiere für Hanau von den Nachbarn der Julius-Leber-Straße

Handgefertigte Schutz-Visiere für Hanau von den Nachbarn der Julius-Leber-Straße

Ulla Klasse (St. Vinzenz-Krankenhaus) und Ulrike Lenk bei der Übergabe stehen im Freien vor einer Steinmauer

„Damit fühle ich mich auf jeden Fall noch mal sicherer!”, freut sich Ulla Klass. Sie arbeitet auf der Intensivstation im St. Vinzenz-Krankenhaus von Hanau. Heute steht sie im Garten ihrer Freundin und nimmt eine Spende entgegen.

Es sind von Hand hergestellte Schutzvisiere für sie und ihre Kolleg*innen. Produziert haben sie die Gemeinschaft “Wir sind die Nachbarn”, eine Gruppe von rund 40 Anwohnern rund um die Julius-Leber-Straße.

Die Visiere bestehen aus einfachsten Materialien: Laminierfolie, Gummiband, Tackernadeln und ein Schaumstoffpolster. Sie sind sehr unkompliziert und kostengünstig herzustellen.

Angefangen hat alles mit einem Internetvideo, das Astrid Weis, eine der Nachbarinnen, entdeckte.

Darin wirbt ein Görlitzer Klinikarzt für die Masken. “Wir können doch eh’ nicht raus. Vielleicht haben ein paar von uns Lust zum Basteln.”, dachte sie und stellte das Video in die WhatsApp-Gruppe der nachbarlichen Gemeinschaft. Hier auch das Video für euch:

Die anderen reagierten begeistert. Blitzschnell wurde Geld gesammelt, das Material bestellt und gebastelt.

Schon 1 Woche später können die Nachbarn die stolze Anzahl von 200 Visieren übergeben. Je 100 Stück bekommen das St. Vinzenz-Krankenhaus und das Klinikum der Stadt Hanau.

Auch Esther Klug (Pflege- und Stationsmanagement) und Volkmar Bölke (Geschäftsleiter) vom Klinikum Hanau freuen sich sehr über das Engagement und die Visiere. “Zur Zeit können wir jede Hilfe gebrauchen.”, sagt Volkmar Bölke.

Geschäftsführer Volkmar Bölke, Pflegedienstleiterin Ester Klug vom Klinikum Hanau, Astrid Weis (Nachbarin) und Susanne Hofmann (Nachbarin und Klinikmitarbeiterin) bei der Übergabe

Übergabe der Schutz-Visiere im Klinikum Hanau

Geschäftsführer Volkmar Bölke, Pflegedienstleiterin Ester Klug vom Klinikum Hanau, Astrid Weis (Nachbarin) und Susanne Hofmann (Nachbarin und Klinikmitarbeiterin) bei der Übergabe.

“Wir sind die Nachbarn” der Julius-Leber-Straße

Normalerweise ist “Wir sind die Nachbarn” eine lose Gemeinschaft von Menschen, die beieinander wohnen. Man kennt sich, trifft sich, hilft sich. Alles läuft ganz formlos ab. Wer dabei sein will, ist dabei. Jeder aus der Umgebung ist willkommen.

Foto zeigt eine Häuserfront von Häusern, aus der Gründerzeit. Es ist ein Abschnitt derJulius-Leber-Straße in Hanau

Julius-Leber-Straße in Hanau

Doch die Coronazeit schweißt die Nachbarschaft noch enger zusammen.

Viele WhatsApps gehen zur Organisation der Bastelei hin und her. Sie leihen sich Laptops für das Homeoffice aus. Sie gehen füreinander einkaufen. Sie retten Lebensmittel aus vereinsamten KiTas.

Jeden Abend um 21 Uhr treffen sich die Anwohner an ihren Fenstern oder Balkons. Dort klatschen sie als Dank für Kassier*innen, Mediziner*innen, Polizist*innen. Sie klatschen für alle die, die gerade die Infrastruktur Deutschlands am Laufen halten.

Danach wünschen sich einige Nachbar*innen eine gute Nacht und schließen die Fenster. “So hat die Pandemie doch auch irgendwas Gutes.”, meint eine Frau aus der Gemeinschaft. “Oder um es mit Hans Pfeiffer aus der Feuerzangenbowle zu sagen: Ich fühle mich hier sauwohl!”

Unsere Schutz-Visiere

Allgemein scheinen die Visiere großen Anklang zu finden. Auf dem Weg zur Übergabe treffen die Nachbarinnen den Mitarbeiter eines Pflegedienstes. Sie kommen mit gebührendem Abstand ins Gespräch.

Als die beiden von ihrer Mission erzählen, macht er große Augen und bittet: “Das ist ja eine tolle Aktion! Könnte ich wohl auch eins haben?” Natürlich bekommt er ein Visier. Er glaubt, dass auch seine Kolleg*innen Interesse daran haben könnten. “Wir sind nicht so viele.”, beteuert er.

Ulla Klasse (St. Vinzenz-Krankenhaus) mit Visier und Mundschutz im Hintergrund blauer Himmel und Bäume

Ulla Klass (St. Vinzenz-Krankenhaus) mit Visier

Schützende Hilfsmittel werden gebraucht, selbst wenn sie noch so einfach erscheinen mögen.

Natürlich können die Visiere nur zusätzlich zu anderen Maßnahmen schützen. Aber selbst für diese einfache Unterstützung sind Altenpfleger und Krankenschwestern dankbar. Denn ihre Arbeit ist unverzichtbar, auch wenn sie in engen Körperkontakt mit vielen Menschen treten müssen. Sie können nicht zu Hause bleiben, um sich zu schützen.

Schauen Sie sich doch einmal die einfache Bastelanleitung an.

Vielleicht haben Sie anschließend auch Lust, wie “Wir sind die Nachbarn” ein paar Visiere zu basteln. 20 Stück dauern eine halbe Stunde und können das ganze Team eines Hauspflegedienstes schützen.

Auf bald, Eure Vivien Franke

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