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Hanau spricht über Aufenthaltsqualität in Hanau

Hanau spricht über Aufenthaltsqualität in Hanau

Wir blicken durch einen Torbogen und sehen eine junge Frau in der Rückenansicht. Sie blickt auf den Platz einer Innenstadt. Es sind Gebäude, Schirme und Stühle von Cafés zu erkennen.

Die Diskussions-Runde haben wir diesmal bewusst offen gehalten. Es gab weder ein vorgegebenes Thema, noch eine konkrete Fragestellung unter der wir uns getroffen haben. Wir wollten einfach mal hören, was Hanau so bewegt. Das Experiment war erfolgreich. Wir hatten keine Schwierigkeit ein Thema zu finden, das uns alle interessiert. Die Hanauer Innenstadt / die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und in den Stadtteilen.

Angestoßen wurde die Diskussion durch den möglichen Beschluss, in einem der Hanauer Stadtteile Bänke mitten auf einen engen Gehweg zu stellen. Wir von „Menschen in Hanau e. V.“ wissen, dass das eine neue Barriere bedeutet. Menschen, die mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs sind, hätten dadurch wenig oder gar keinen Platz mehr, um vorbeizukommen.

Bänke für mehr Aufenthaltsqualität

Die Idee an sich, mehr Sitzmöglichkeiten zu schaffen, ist prinzipiell absolut gut. Die Umsetzung sollte aber allen zugutekommen und zu Ende gedacht werden.

Von diesem konkreten Beispiel verlief unsere Diskussion dann allgemeiner.

Wie können wir es schaffen, dass wir gerne in der Innenstadt oder an öffentlichen Plätzen verweilen?

Alle haben etwas andere Bedürfnisse und Vorstellungen, aber die Runde war sich einig, dass Plätze, die zu offen und hauptsächlich Beton-Flächen sind, wenig einladend sind. Am häufigsten wird genannt, dass den Menschen Bäume und Grün fehle. Gerade an sonnigen Tagen sind Plätze, die kein Schatten spenden nicht gerade Ideal.

So sind der neugestaltete Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche oder der Rochusplatz in Großauheim zwar schön gemacht, sie laden für die Runde aber nicht sehr dazu ein, dort Zeit zu verbringen. Auch weil die Versiegelung der Bodenfläche zuerst ins Auge fällt. Eine Belebung des Platzes durch Flohmärkte oder andere Veranstaltungen konnten sich aber alle gut vorstellen.

Den Teilnehmenden war bewusst, dass Betonplätze leichter zu säubern und zu pflegen sind. Für die Betreuung von Grünflächen könnten sich aber Initiativen oder generationenübergreifende Projekte mit Senior:innen und Jugendlichen finden lassen. Eventuell braucht es da ein bisschen Kreativität.

 

Wie müsste ein schöner Platz für mich aussehen?

Immer nur zu sagen, das müsste hier schöner sein, der Platz gefällt mir nicht bringt keine Veränderung. Wir haben also in die Runde gefragt, wie denn für sie ein Platz gestaltet sein müsste, damit sie Lust bekämen darin zu verweilen.

Das sind unsere Ergebnisse:

  • Mehr Natur, mehr Grün, Büsche (Grüne Lungen – auch für Temperatur-Regelung)
  • Platz für Ruhe
  • Heimeliges Gefühl (nicht steril)
  • Bänke
  • Kleine Sitzeinheiten
  • Plätze zum Niederlassen, mit Bäumen, die Schatten spenden
  • Orientieren an Städten wie Madrid, Paris etc.
  • Soll zu Begegnungen einladen
  • Es sollte leben
  • Was zum Naschen, Gastronomisches (Cafés / Pizzerien / Imbisse) drum herum
  • Eisladen + Kaffee-Wagen auf die Plätze
  • Mobile grüne Wände (grüne Oasen – bsp. Frankfurt)
  • Leben auf der Gass
  • Keine Autos, die Zugang versperren und drumherum fahren
  • Eine Boule-Bahn / Spiele-Möglichkeiten
  • Eine saubere Spielwiese für Kinder
  • Reine Hunde-Wiesen
  • Liegestühle zum Ausleihen
  • Mobile Bars
  • Spiele ausleihen
  • Menschen auch mal Läden einfach ausprobieren lassen (ähnlich wie das Projekt Hanau AUFladen)

Das sind schon viele gute Ideen. Vielleicht könnten wir einfach einige davon ausprobieren und schauen, ob es von den Bürger:innen angenommen wird.

 

Auf einer Steinbank sitzen zwei ältere Männer und unterhalten sich lebhaft. Sie sitzen im Freien auf einem belebten Platz.

Wo ist es denn schön in Hanau?

Hanau und die Stadtteile haben natürlich auch schöne Fleckchen, wie den Platz hinter dem Kinopolis oder der Mainladen in Großauheim. So etwas konnten sich die Runde auch für die anderen Plätze in Hanau vorstellen.

Wildparkende

Ein großer Kritikpunkt im Stadtbild sind die vermehrten Autofahrenden, die auf Gehwegen parken und somit nicht nur Platz wegnehmen, sondern dadurch auch gefährliche Situationen für Fußgänger, Rollstuhlfahrende und andere Verkehrsteilnehmende verursachen können. Welche Möglichkeiten es gibt, die Anzahl an Autos in den Innenstädten zu verringern und wie sich Alternativen attraktiver gestalten lassen, haben wir bereits im Diskussions-RAUM zum Mobilitätsleitbild (LINK https://menschen-in-hanau.de/de/mobilitaet-geht-es-auch-ohne-autos/ ) im Detail diskutiert.

Für die Teilnehmenden sind in erster Linie die stehenden Autos ein Problem. Da viele das Auto nicht jeden Tag brauchen, könnten einige theoretisch darauf verzichten. Auf den Luxus verzichten, wollen aber noch die wenigsten, obwohl sich das Bewusstsein dafür langsam verändert. Also ÖPNV für alle attraktiver machen. Das bedeutet auch, dass die Busse, die Fahren, nicht übervoll sind. Gerade für ältere Menschen ist langes warten oder fahren im Stehen anstrengend. Ebenso sind die Möglichkeiten das Fahrrad in Bussen mitzunehmen, vor allem wenn bereits Rollstuhlfahrende oder Familien mit Kinderwagen im Bus sind, stark eingeschränkt.

Eine Allee rahmt einen breiten Weg der in zwei Teile geteilt ist. Ein Teil für Fußgänger und ein Teil für Fahrradfahrende. Am Rand sind Stellplätze für Fahrräder zu sehen. Es ist Platz für alle da.

Erreichbarkeit der Stadtteile

Um eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden zu ermöglichen, müssen z. B. auch neue Fahrradwege entstehen, mit denen auch die Stadtteile gut zu erreichen sind. Diese Wege zu schaffen, bedeutet aber im Umkehrschluss, dass wir auf Autowege verzichten müssen. Die Runde hatte den Eindruck, als wären die politischen Entscheider:innen bei diesem Thema sehr zögerlich. Zumindest haben wir in den Plänen keine konkrete Ziel-Zahl für den Rückgang von Autos oder von Straßenumwidmungen entdecken können.

An die Zukunft denken

Hanau wächst immer mehr. Wenn damit geworben wird, dass wir bald Hessens kleinste Großstadt werden, sollten wir dann nicht auch das entsprechende Angebot für alle Bürger:innen schaffen, damit sie sich hier wohlfühlen? Die Ziele, die wir uns für die Zukunft setzen, zeigen uns, was wir heute schon verändern müssen. Wir als Bürger:innen sind in der Verantwortung. Wir können mitreden, wir können unsere Ideen einbringen und wir können den politischen Entscheider:innen zeigen, dass wir uns für unsere Stadt einsetzen und sie mitgestalten wollen.

Was machen wir als „Menschen in Hanau“

Wir machen es uns einfach selbst schön. Als Verein starten wir gerne auch spontane Aktionen oder probieren einfach Dinge aus. Lasst uns einfach diese Plätze nehmen wie sie sind und sie selbst beleben. Gucken wir uns ein bisschen italienisches Lebensgefühl ab und machen unsere Innenstädte lebendig.

Uns als Verein liegt das Stadtbild und die Art und Weise, wie sich alle Menschen darin bewegen sehr am Herzen. Wir setzen uns dafür ein, dass in den Debatten und Entscheidungen, in denen es um die Mobilität der Zukunft geht, die Stimmen derer gehört werden, die bei Stadtplanungen oft vergessen werden. Wir bleiben dran und bringen unsere Forderungen mit ein. Ihr auch?

Weiterführende Links

Zum Mitreden: https://zukunft-hanau.de/

Wenn der Bus abends mal wieder nicht fährt: https://www.hsb.de/fahrgastinfo/09340/index.html

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