post-title Diskussions-RAUM: “Grün statt Stein” von Dr. Karl-Heinz Leister

Diskussions-RAUM: “Grün statt Stein” von Dr. Karl-Heinz Leister

Diskussions-RAUM: “Grün statt Stein” von Dr. Karl-Heinz Leister

17-Ziele

Am 30.01.2020 fand der 4. „Diskussions-RAUM“ zum Thema “Grün statt Stein” im Ellis Café und Bistro in Hanau statt. Unsere Gäste zum Thema waren Gaby Schaar von Römer, Leitung Umweltzentrum Hanau und Heidrun Quintino von der Kochschule Hanau. Bei dem von Cettina moderierten Abend diskutierten die circa 25 Teilnehmern aus Hanau und Umgebung sehr lebhaft.

„Lass das Gute länger dauern“

Nachhaltigkeit ist seit der Konferenz von Rio de Janeiro 1992 ein globales, politisches Thema.

Auf dem Klimagipfel in Paris 2015 wurden 17 nachhaltige Ziele definiert. Die Resolution wurde bisher von 93 Staaten (etw. 50% der derzeit existierenden Staaten) unterschrieben.

Die Ziele werden derzeit “sehr schleppend” umgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass Organisationen wie „Fridays for Future“ diese Anliegen massiv thematisieren und auf die Straße bringen, um Druck auf die Politik aufzubauen.

Nachhaltige “Schätzchen” gibt es in Hanau

Ansätze dazu findet man in der

  • Vermeidung von Plastiktüten auf dem Wochenmarkt,
  • dem neuen Unverpackt-Laden in der Innenstadt,
  • der Verwendung wiederverwendbarer Verpackungen durch viele Mitbürger in Einzelhandelsgeschäften und
  • der Einkauf bevorzugt regionaler und saisonaler Produkte, um lange Transportwege und Ausbeutung von Menschen und Natur zu vermeiden.

Dazu ist viel Aufklärungsarbeit in Schulen erforderlich, um vor allem bei jungen Menschen ein Bewusstsein für die Problematik des derzeitigen Wirtschaftens zu schaffen. Dazu trägt unter anderem das Umweltzentrum Hanau mit diversen Aktionen bei.

„Seid faule Gärtner“

Dazu rief Heidrun Quintino eindrucksvoll auf. Wilde Ecken in Gärten sind notwendig, um die Vielfältigkeit der Tier- und Pflanzenwelt in der Region zu wahren.

Auch soll möglichst vielfältig angepflanzt und gesät werden. Man solle darauf achten, welche Artenvielfalt sich in der Nachbarschaft „verwilderter“ Grundstücke entfalte.

Das Guerilla-Gärtnern in fremden Schottergärten fand geteiltes Echo, weil man an diesen Stellen den Einsatz der chemischen Keule durch die Besitzer als noch weitaus schädlichere Reaktion erwartet.

Im Neubaugebiet Pioneer in Hanau sind Steingärten verboten. Landschaftsgärtner und -planer sind bei den Planungen dabei, um möglichst viel Grün in den Stadtteil zu schaffen. Ist so ein – positiver – Ansatz langfristig durchsetzbar?

Es wurden diverse Möglichkeiten diskutiert, wie man Plastik im Haushalt vermeidet. Putztücher und Kunststoffschwämme, Reinigungs- und Scheuermittel können gut durch nachhaltige Produkte ohne Kunststoff ersetzt werden, z.B.:

  • Luffa-Schwämme
  • Kupfer-Reinigungstücher
  • selbstgemachte Seifen, etc.

Über https://www.bund.net/themen/chemie/toxfox/ kann man sich die toxfox-App herunterladen. Sie informiert über den Inhalt von Alltagsprodukten.

„Wir brauchen den Planeten – der Planet braucht uns nicht“

Es wurde auch darüber diskutiert, wie sinnvoll das vorbildliche Verhalten einzelner Menschen oder Länder sei, wenn sich die Anderen nicht um Nachhaltigkeit kümmern.

Hier kommt die Politik mit ins Spiel:

In unserer repräsentativen Demokratie kann jeder Einzelne etwas tun, und damit andere motivieren mitzumachen (“Lawineneffekt”). Und wir können politisch aktiv werden in Organisationen und vor allem Parteien, um diese Ziele zu thematisieren und durchzusetzen.

Diskussionen schaffen Wissen und Bewusstsein über schädliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel:

  • Export von gebrauchten Kleidern nach Afrika nimmt lokaler Bekleidungsindustrie die Lebensgrundlage
  • Export von subventionierten landwirt­schaftlichen Produkten wie Geflügelteile, Obst und Gemüse nimmt lokalen Kleinbauern die Märkte weg
  • Import von billigen Blumen setzt Plantagenarbeiter*innen gesundheitsschäd­lichen Gifteinsatz aus und sorgt für zusätzliche Lufttransporte.

Durch fairen Handel kann die Ausbeutung von Mensch und Natur in den ärmeren Ländern reduziert und letztlich unterbunden werden. Das führt bei uns natürlich zu höheren Verbraucherpreisen.

„Seid ansteckend“

Es wurden viele Anregungen diskutiert, um sich selbst nachhaltig zu verhalten bzw. um Nachahmer zu gewinnen:

  • Behälter mit zum Markt nehmen und befüllen (lassen), auch wenn es aufwändiger ist
  • Selbstvermarktung der Bauerhöfe nutzen (jetzt offensichtlich auch vermehrt Milch)
  • Blumen aus nachhaltigem Handel besorgen
  • Aktion: Gruppe geht mit Behältern zum Markt und steht gemeinsam an- das erregt Aufsehen.

In diesem Zusammenhang wurde eine Karte der Nachhaltigkeit gefordert (Karte auf denen Plätze mit Läden/Produktionsstätten von nachhaltigen Produkten verzeichnet sind).

Seid unbequem.

„Wir müssen uns bewegen“

Diese Ideen, für jeden einzelnen aber auch für die Gemeinschaft haben wir überlegt:

  • Aktivisten können sich für den Nachhaltigkeitspreis der Stadt Hanau bewerben: http://www.nachhaltigkeitspreis.hanau.de/
  • Politisch aktiv werden; langfristige Aktivitäten bei den Parteien ansprechen.
  • Leserbriefe an die Presse schreiben, denn diese werden von den lokalen Politikern gelesen.
  • Unter dem Motto „Wir müssen uns bewegen“ einen Fragenkatalog an alle Parteien schreiben und nachfragen, wie, was und wann passieren soll.
  • Auf Durchsetzung der Forderung nach mehr Grün in der Stadt aus der Veranstaltung „Zukunft Hanau“ von der Mehrheit der fast 4000 Besucher der Veranstaltung drängen.
  • Ältere oder behinderte Menschen bei der Straßenreinigung unterstützen, um gefallenes Laub zu entfernen.
  • Patenschaften für Bäume übernehmen.
  • Einen Hausbaum für jedes Haus in Neubau- oder Sanierungsgebieten fordern.
  • Verlorenes Wissen wieder aktivieren.
  • Bei Vorschlägen an die Politiker, Ideen zur Umsetzung mitliefern.
  • Sitzungen der Stadtverordneten und der Ausschüsse besuchen: Termine: https://www.hanau.de/rathaus/politik/buergerinformationssystem-allris/index.html
  • Veranstaltung „Gesunde Ernährung aus dem eigenen Garten“ besuchen am 04.02.2020, im Umweltzentrum, Philipp-August-Schleissner-Weg 2, 63452 Hanau.
  • Eingaben an den Ausländerbeirat zum Thema „Verpackung“, weil diese Information scheinbar noch nicht bei den Neubürgern angekommen ist.
  • Beim Kauf auf Zertifikate achten. Hinweise auf https://www.harpersbazaar.de/nachhaltigkeit/zertifikate-nachhaltige-mode

 

Übrigens, wenn Ihr Fragen zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsprobleme habt, dann ist Herr Henrich Ansprechpartner bei der Stadt Hanau.
Er arbeitet bei Hanau Infrastruktur Service, Telefon: 06181 295-365, Email: his@hanau.de

Eine Fortsetzung der Diskussion ist gewünscht und könnte z.B. im Umweltzentrum, Philipp-August-Schleissner-Weg 2, 63452 Hanau, stattfinden. Ein Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Als Fazit der Diskussions-Runde waren sich alle einig, dass dieses Sprichwort: „Selbst ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt“ sehr gut zu der jetzigen Zeit passt …

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