post-title Rat und Hilfe bei Sehverlust – Tipps von Silvia Schäfer

Rat und Hilfe bei Sehverlust – Tipps von Silvia Schäfer

Rat und Hilfe bei Sehverlust – Tipps von Silvia Schäfer

Ihr Ansprechpartner vor Ort: Frau Silvia Schäfer (auf dem Bild zu sehen vor einem Plakat 'Blickpunkt Auge')

„Blickpunkt Auge – Rat und Hilfe bei Sehverlust“, eine Initiative des Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V. (BSBH).

Die Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte, unter der Leitung von Silvia Schäfer, informiert über die vier häufigsten Augenerkrankungen, die man im Alter bekommen kann:

Altersabhängige Maculadegeneration – kurz AMD

Die AMD ist die häufigste Augenerkrankung im Alter. Man unterscheidet zwischen der sogenannten trockenen und der feuchten Form.

Was ist die Macula?

Sie ist ein wichtiger Teil der Netzhaut und liegt genau an der Stelle, an der der Sehnerv in die Netzhaut mündet. Die Macula ist der Fleck des schärfsten Sehens, mit dem man die Dinge fixiert und erkennt. Bei der AMD bilden sich Ablagerungen unter der Macula. Dadurch kommt es zu Gesichtsfeldausfällen und der Betroffene verliert anfangs die Lesefähigkeit und kann keine Gesichter mehr erkennen. Das ist die trockene Form der AMD.

Bei der feuchten Form bilden sich unter der Macula unkontrolliert Blutgefäße. Diese Gefäße sind sehr dünnhäutig und instabil, sodass es hier zu Ausblutungen in die Macula kommt.

Hier gibt es eine Behandlungsmöglichkeit: Man kann bestimmte Wachstumshemmer ins Auge spritzen, aber im Idealfall wird nur das Fortschreiten des Sehverlustes gebremst, kaum aber eine Verbesserung der Sehkraft erreicht. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann man allerdings noch deutliche Verbesserungen auch der Sehkraft erreichen.

Bei der AMD kann es passieren, dass der Betroffene etwas, das genau vor ihm steht, z. B. eine Wasserflasche, nicht sieht, gleichzeitig aber ein kleines Krümelchen auf dem Tisch neben der Flasche erkennt. Das führt oft zu Missverständnissen den Sehenden gegenüber, denn die können kaum verstehen, warum der Betroffene einmal etwas großes umwirft, weil er es nicht gesehen hat, ein andermal aber eine winzige Kleinigkeit erkennen kann.

Katarakt

Das ist der „graue Star“ – eine Linsentrübung. Das kommt bei älteren Menschen sehr häufig vor.

Wie kommt es nun zum grauen Star?

Im Laufe des Lebens wächst die Linse im Auge und nimmt an Volumen zu. Damit wird die Linse zunehmend unbeweglicher und es entwickelt sich daraus die sogenannte Alterssichtigkeit. Das beginnt recht schleichend – oft schon so um das 40. Lebensjahr. Es kommt zu einer Sehverschlechterung, zur Abnahme der Kontrastsehschärfe, zu Blendungsempfindlichkeit oder man merkt, dass die Brillenstärke nicht mehr stimmt.

Hinweise auf die Erkrankung sind Probleme beim scharfen Sehen, starke Blendungsempfindlichkeit, z. B. bei Sonnenlicht oder bei Gegenverkehr in der Nacht, aber auch die Feststellung, dass man plötzlich ohne Lesebrille wieder Lesen kann.

Die Behandlung ist nur durch eine Operation möglich. Das sollte man dann angehen, wenn die Sehschärfe nicht mehr ausreichend ist oder spätestens, wenn es beim Autofahren Probleme gibt. Vorsichtig sollte man allerdings dann sein, wenn gleichzeitig eine Maculadegeneration vorliegt.

Die Operation wird heute in der Regel ambulant und in lokaler Betäubung durchgeführt. Bei der Operation wird durch einen kleinen Schnitt die getrübte Linse entfernt. Anschließend wird eine Kunstlinse in die verbleibende Linsenkapsel eingesetzt.  Das Operationsrisiko ist relativ gering. Nach der Operation kann es zur Ausbildung eines Nachstars kommen, wenn sich die verbliebene Linsenkapsel trübt. Ein solcher Nachstar kann mit einem Laser erfolgreich behandelt werden. Auch nach der Operation ist in der Regel eine Brille zum Lesen erforderlich.

Glaukom

Besser bekannt als „Grüner Star“. Beim grünen Star ist das Problem ein erhöhter Augeninnendruck. Das wirkt sich negativ auf den Sehnerv aus, der dann nicht richtig durchblutet wird und an Leistungsfähigkeit verliert.

Das Fatale daran ist, dass der Betroffene sehr lange nichts von seiner Erkrankung spürt, denn zu hohen Druck merkt man nicht und die zunächst kleinen Gesichtsfeldausfälle spürt man auch nicht gleich, da das Gehirn so schlau ist und uns ein vollständiges Bild zeigt, obwohl es gar nicht mehr vorhanden ist. Erst, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist, kommt es zu merklichen Gesichtsfeldausfällen. Glaukom-Betroffene müssen oft ihre Augen tropfen, um den Augeninnendruck in Schach zu halten. Operativ kann man auch etwas erreichen. Dabei wird der Kammerwinkel etwas vergrößert, damit das Kammerwasser besser abfließen kann und so der Druck gesenkt wird.

Diabetische Retinopathie

Hierbei handelt es sich um eine Netzhauterkrankung. Ursache ist die Zuckerkrankheit. Durch Schwankungen des Zuckerspiegels kommt es zu Durchblutungsstörungen in der Netzhaut. Folge davon kann z.B. eine Netzhautablösung oder auch Gefäßneubildungen wie bei der AMD sein. Hier ist allerdings die komplette Netzhaut betroffen, nicht nur die Macula, d. h. der Betroffene kann unter Umständen völlig erblinden.

 

Wer Fragen zu diesen oder anderen Augenerkrankungen hat oder sich über allgemeine Themen rund ums Auge informieren möchte, kann sich gerne bei uns melden.

Unsere Beratungsstelle befindet sich im „Haus am Steinheimer Tor“, in Hanau, wo sich neben „Menschen in Hanau“ viele weitere Einrichtungen wie VdK, Freiwilligen-Agentur, Senioren-Büro, Caritas, Pflegestützpunkt und vieles mehr befinden.

Ansprechpartnerin ist Silvia Schäfer, Leiterin der Bezirksgruppe Hanau des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e. V.  Rufen Sie an unter 06181 – 956663 oder schreiben Sie an info@tibsev.de.

Noch mehr Infos über unsere Arbeit erhalten Sie unter www.tibsev.de

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