Fotoausstellung „Wir sind Hanau“

Unter dem Motto „Wir sind Hanau“ hat letzten Mittwoch eine Fotoausstellung mit Bildern von Lisa Rebell und Lars Schaffer in der Sparkasse Hanau eröffnet.

Bearbeitet und Zusammengestellt wurden die Bilder von Gerda Methfessel.

Die Fotos sind im Herbst 2016 entstanden und sollen Inklusion sichtbar machen.

Dabei sind ausdrucksvolle Bilder entstanden, die zeigen, wie vielfältig die Menschen unserer Stadt sind.

Während der Eröffnung am Mittwochabend hatten die Besucher Gelegenheit sich mit ihren Liebsten fotografieren zu lassen. Diese Fotos könnt ihr ab dem 26. Oktober auf unserer neuen Website sehen.

Die Fotos der Ausstellung „Wir sind Hanau“ können noch bis zum 27. September 2017 in der Sparkasse am Marktplatz bewundert werden.

 

12. Hanauer Freiwilligen Tag

Stellt euch vor ihr brecht euch das Bein und müsst eine steile Treppe hochsteigen. Wie macht ihr das?
Ihr staucht euch die rechte Hand und könnt sie kurzfristig nicht mehr benutzen. Wie ungeschickt, dass das ausgerechnet eine Woche vor einer Ausstellung passiert, für die Ihr noch ein Bild malen müsst. Und jetzt?
Es ist Neumond und der Strom fällt aus. Das heißt: absolute Dunkelheit. Aber Ihr würdet so gerne noch ein Glas Wasser aus der Küche holen. Wie helft ihr euch?
Im Rahmen des 12. Hanauer Freiwilligentages haben wir mit verschieden Experimenten versucht euch darauf aufmerksam zu machen, wie es ist ganz plötzlich in einer ungewohnten Situation zu stecken.
Wir haben mit links (die Linkshänder mit rechts) ein Bild ausgemalt, sind auf Krücken gegangen und haben mit einer dunklen Brille versucht zu lesen. Es war nicht einfach, aber mit der Hilfe der anderen und mit etwas Übung und Geschick haben wir fast alle Aufgaben gemeistert.
Aus der Offenbach Post vom, 18.09.2017 von Peter Kögel:
„Auf eine ganz eigene Reise begaben sich im Rahmen eines Angebotes von „Menschen inHanau“ rund 15 Interessenten im Haus am Steinheimer Tor. Unter der Leitung von SylvieJanka und Mireia Mora simulierten die Teilnehmer des Workshops körperliche Handicaps.
Wie eine Dose aus dem Küchenschrank holen, wenn man auf zwei Krücken gestützt agieren muss?
Eine durchaus tiefgehende praktische Erfahrung, von der aus weiter überlegt wurde, wie einAlltag mit solch einer Beeinträchtigung zu meistern ist. Einige Ideen dazu wurden entwickelt.
Ideen, die auf der am 26. Oktober neu erscheinenden Internetseite www.menschen-in-hanau.de bereits vorgestellt werden sollen. Wie viele andere Möglichkeiten, sich inaußergewöhnlichen Lebenssituationen selbst zu helfen oder helfen zu lassen. Menschen, die gerne mitmachen wollen, sind immer willkommen bei der Initiative.“

 

Perspektivenwechsel – ein Nachmittag im Rollstuhl

Letzten Montag haben wir mit dem Projekt „Perspektivenwechsel“ die Möglichkeit geboten zu erfahren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen.

Unter der Aufsicht von Rita Thierolf durften sich alle mit dem neuen Wegbegleiter vertraut machen, bevor sie in kleinen Gruppen in die Straßen von Hanau geschickt wurden.
Dabei wurden den Teilnehmern vermeindlich einfache Aufgaben wie Bummeln, Busfahren, Am Bahnhof auf das Gleis kommen, einkaufen oder die Toilette aufzusuchen gestellt.
Nicht alle Aufgaben klappten reibungslos und so konnten unsere Teilnehmer ein Bewusstsein dafür entwicklen, wie es ist tatsächlich im Rollstuhl zu sitzen und diesen Aufgaben jeden Tag gegenüber zu stehen.

Meinungen und Bilder zu dem Projekt findet ihr schon bald auf unserer brandneuen Website!

Hier vorab schon mal ein kleiner Vorgeschmack.

 

 

 

 

Nachtreffen zur Aktion

Nachdem wir am 11. September eine tolle Veranstaltung erlebt hatten, wollten wir unbedingt die Erlebnisse aufbereiten.

Es kamen fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und jeder war immer noch begeistert.
Elke Reinstorf wurde erst im Rollstuhl bewusst, wieviel Gefälle viele Bürgersteige, besonders in den weiter außen liegenden Stadtteilen haben. Für Rainer Habermann wurde der Freiheitsplatz sogar zur Berg- und Talfahrt, als er im Rollstuhl saß und dort ein völlig anderes Gefühl für Steigungen und Gefälle entwickelte.
Wie der Auszubildende Cihan Deger hatte auch der Seniorenbeirat Karl-Heinz Voit wechselnde Erfahrungen mit den Reaktionen der Mitmenschen. Gleich, ob es ums Mitfahren im Bus ging oder die Schwingtüren im Kaufhof – oft waren Menschen hilfsbereit, andere aber auch einfach nur stur. Das verstärkt sich, wie Cihan bemerkte, wenn man alles nur „aus der Po-Ebene“ sieht und sich dadurch das Gefühl der Unterlegenheit einstellt.
Das konnte Rita Thierolf nur bestätigen. In ihrem früheren Arbeitsleben fühlte sie sich bei Treffen mit Geschäftspartnern oft minderwertiger, solange sich das Geschehen im Stehen abspielte. Erst am Verhandlungstisch war sie wieder ebenbürtig und sicher. Heute ist sie als Fachfrau in einem Sanitätshaus tätig und berät Menschen, die neu in die Situation kommen Hilfsmittel für den Alltag zu benötigen.
Die Seniorenbeirätin Hiltburg Wussow begegnete in einem Geschäft regelhaft Ablehnung, was sie besonders empörte. „Wo ist den der Anstand und die Menschlichkeit geblieben?“. Für solche Reaktionen hat sie kein Verständnis.
Nachdem die Auszubildende Zeliha Ayan von ihren Schwierigkeiten mit dem Pflaster rund um das Goldschmiedehaus berichtete, Yara Wolf von einem Fast-Zusammenstoß mit einem Auto und Karin Clemens von „Menschen in Hanau“ von der schwergängigen Tür zur Behindertentoilette im Forum erzählte, waren sich alle einig, dass ein weiterer Schritt passieren muss!

„Menschen in Hanau“ wird mit dem Seniorenbeirat und den Behindertenbeauftragten eine Veranstaltung organisieren, an der Politiker und Verantwortliche für die Stadtplanung und Bauausführung sich in die Rollstühle setzen. Dort sollen sie unter Anleitung von Rita Thierolf in Kooperation mit „Menschen in Hanau“ zu den Schwachpunkten der Stadtplanung geführt werden um selbst das Gefühl zu erleben, an Barrieren zu stoßen.

Zahlreiche Veranstaltungen im September – das solltet ihr nicht verpassen

Auch wenn der Sommer uns so langsam verlässt, bleiben wir von Menschen in Hanau aktiv und haben für euch wieder tolle Veranstaltungen im Angebot.
Hier ein kurz, was ihr auf jeden Fall nicht verpassen solltet:

Perspektivwechsel: Ein Nachmittag im Rollstuhl

Montag, 11.09.2017, 15 bis ca. 17.30 Uhr

Begleitet von: Rita Thierolf

 

In eine andere Welt eintauchen: Workshop im Rahmen des 12. Hanauer Freiwilligentags

Samstag, 16. September 13 bis 16.30 Uhr

Moderation: Mireia Mora und Sylvie Janka

 

Lieblingsorte – Fotografischer Spaziergang durch Hanau

21. und 25. September, 17 bis 20 Uhr; 24. September, 10 bis 14 Uhr

mit Luzia Feiner und Karin Clemens

 

Fotoaustellung: „Wir sind Hanau!“ im Rahmen der Interkulturellen Woche in Hanau

20.-27. September 2017 in der Sparkasse Hanau

Vernissage: Mittwoch, 20.09.2017, 18.30 Uhr

Zusammengestellt von: Gerda Methfessel

 

Wir freuen uns, wenn Ihr dabei seid.

Habt ihr weitere Ideen oder Veranstaltungshinweise rund ums Thema Inklusion, freiwilliges Engagement und Barrierefreiheit, so schreibt uns bitte gerne eine E-Mail.

„Eine besondere Herausforderung“ – Brüder Grimm Festspiele auch für Gehörlose

Es ist die 11. Aufführung des Stückes in dieser Saison und dennoch ist es eine Premiere für die Brüder Grimm Festspiele: Am Sonntag, 16. Juli, werden erstmals zwei Gebärdendolmetscherinnen das bekannte Märchen vom „Teufel mit den drei goldenen Haaren“ für Gehörlose übersetzen. „„Eine besondere Herausforderung“ – Brüder Grimm Festspiele auch für Gehörlose“ weiterlesen

Girl’s Day and Boy’s Day –
in leichter Sprache

Warum gibt es den Girl’s Day? – Mädchen-Zukunftstag am 27.04.2017

Mädchen wollen oft Kauf-Frau oder Friseurin werden.
Kauf-Frauen arbeiten in Geschäften und verkaufen Dinge.
Zum Beispiel Kleidung oder Lebensmittel.
Friseurinnen schneiden und färben Haare.

Aber es gibt noch viel mehr Berufe.
Berufe, die Mädchen vielleicht auch gut können.
Aber an die sie noch nicht gedacht haben.

Zum Beispiel Berufe, in denen oft Männer arbeiten.
Wie Informatikerin oder Tischlerin.
Informatikerinnen arbeiten daran, wie Computer funktionieren.
Tischlerinnen bauen Möbel wie Regale oder Tische.

Am Girls’Day können Mädchen diese Berufe kennen-lernen.

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in leichter Sprache“
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Das habe ich nicht gewusst: UK

Unterstützte Kommunikation (UK)

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Das kleine Schild am Kragen des neuen Pullovers kratzt. Sie jucken sich, werden unruhig. Ein freundlicher Mensch fragt was los ist. Aus ihrem Mund kommen unverständliche Laute. Sie sind fit im Kopf, beherrschen aber wegen einer körperlichen Behinderung die Lautsprache nicht. Sprachlos sind sie trotzdem nicht.

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Hanau erleben und „lieben“ – von Jürgen Grün

Hallo Freunde der Inklusion.

Selbst ich bin überrascht, wenn ich tolle Sachen in und um Hanau erlebe. Letztens bin nach Hanau mit dem, Achtung: Bus von Großauheim nach Hanau gefahren. Also ich bin problemlos in den Bus gekommen und der Busfahrer war sehr hilfsbereit (dafür habe ich ihn abends in mein Nachtgebet eingeschlossen). „Hanau erleben und „lieben“ – von Jürgen Grün“ weiterlesen

Die Blinden-Ampel

Das habe ich nicht gewusst!
Über die gelben Kästchen an Ampeln habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Hand aufgelegt, gewartet bis die Ampel grün zeigt und dann los. Das Klacken aus dem Lautsprecher am Mast war bislang für mich als Sehende ein Hintergrundgeräusch, das ich nicht weiter beachtet habe.

Sylvia Schäfer und Andreas Schild vom Blindenbund haben mir die Augen und Ohren für den Ampel-Drücker geöffnet. Das war bei einem Interview-Termin mit der Hanau-Post. Redakteur Christian Spindler ließ sich von den Beiden in der Innenstadt Hürden im Alltag zeigen. So lautete das Thema einer Artikel-Serie in der Tageszeitung.

Und so erfuhr ich: Das Klacken dient Blinden und Sehbehinderten zur Orientierung, damit sie wissen, wo die Ampel steht. Wenn der Verkehrslärm zunimmt, wird das Klacken lauter. Wenn wenig Autos fahren, wieder leiser.

Doch wie wissen Sylvia Schäfer und Andreas Schild, ob sie die Straße gefahrlos überqueren können? Dafür drücken sie den Taster unter dem gelben Kästchen.

Taster der Blinden-Ampel
Taster der Blinden-Ampel

Wer schlecht hört, bleibt mit dem Finger so lange auf dem Taster, bis dieser vibriert. Das ist das Zeichen, dass die Straße frei ist. Gleichzeitig mit der Vibration ertönt ein schneller Piepton.

Jetzt heißt es losgehen.

Wenn der Piepton nicht mehr zu hören ist, sollte Mann oder Frau auf der anderen Straßenseite angekommen sein. Für Sehende steht die Ampel jetzt auf Rot.

In der Stadt Hanau sind 31 Ampeln mit solch einem Drücker ausgestattet. Diese Ampeln stehen an Fußgängerüberwegen, die von blinden und sehbehinderten Menschen häufig benutzt werden. Die Standorte hat die Stadt gemeinsam mit dem Blindenbund festgelegt. /af